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Frauennotruf Regensburg e.V.
Beratungsstelle für Frauen und Mädchen
mit sexualisierten Gewalterfahrungen
             


Was tun nach einer Vergewaltigung?

Unmittelbar nach einer Vergewaltigung/sexuellen Nötigung:

Um sich die Möglichkeit einer Anzeige offen zu halten (eine Anzeige ist bei einer Vergewaltigung im strafrechtlichen Sinn bis zu 20 Jahren nach der Tat möglich, bei Mädchen, die zum Tatzeitpunkt noch nicht volljährig sind, beginnt die Frist erst mit 18 Jahren), empfiehlt sich: "Anzeige - ja oder nein?"

Diese Frage ist für viele Frauen nicht leicht zu beantworten. Auf der einen Seite kann es sehr entlasten, wenn der Täter gerichtlich verurteilt wird. So kann zumindest teilweise Gerechtigkeit hergestellt werden. Eine Anzeige bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Leistungen nach dem Opfer-
entschädigungsgesetz zu erhalten.
Auf der anderen Seite gibt es auch eine Reihe von Gründen, die gegen eine Anzeige sprechen können. Anzeige und Strafprozess können auch heute sehr belastend und langandauernd für die Betroffene sein.

Es ist die subjektive Entscheidung jeder einzelnen Frau, ihre Gründe und ihren Weg zu finden. Es gibt hier keine "falsche" Entscheidung, der Frauennotruf kann dabei Unterstützung und Information für die Entscheidungsfindung bieten. Wichtig ist, neben der Strafanzeige gibt es auch eine Reihe von zivilrechtlichen Möglichkeiten, über die der Frauennotruf ebenfalls gerne informiert.

"Was Sie bei einer Anzeige wissen sollten..."
Kosten

Strafanzeige und Strafprozess kosten Sie nichts. Eventuelle Verdienst-
ausfälle, Fahrtkosten werden vom Gericht ersetzt.
Die Gebühren für einen anwaltlichen Beistand sind grundsätzlich in der Rahmengebührenordnung für Strafsachen geregelt. In vielen Fällen
kostet eine Nebenklage gar nichts. Es besteht die Möglichkeit Prozesskostenhilfe zu beantragen.