Psychosoziale Prozessbegleitung

Wir als Frauennotruf bieten diese Unterstützung ausschließlich für Frauen und Mädchen an, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind und auf ein Strafverfahren warten.

Mit dem zweiten Opferrechtsreformgesetz ist seit Januar 2017 die psychosoziale Prozessbegleitung in die Strafprozessordnung aufgenommen worden. Für besonders schutzbedürftige Opfer von schweren Gewalt- und Sexualstraftaten wurde ein Anspruch auf psychosoziale Prozessbegleitung geschaffen. Einen unbedingten Anspruch auf Beiordnung haben Kinder und Jugendliche, sofern ein Antrag bei Gericht gestellt wird.  Bei erwachsenen Tatopfern kann das Gericht unter bestimmten Umständen ebenfalls eine Prozessbegleiterin auf Antrag beiordnen.

Unsere langjährige Erfahrung zeigt, dass Frauen unter den entsprechenden Belastungsfaktoren genauso leiden wie kindliche Zeugen.

Wenn Sie sich in dieser Situation befinden, machen wir Ihnen gerne das Angebot einer professionellen Begleitung und unterstützen Sie beim Antrag auf Beiordnung. Vielleicht haben Sie Ängste vor der Aussage, Ängste dem Angeklagten zu begegnen, von ihm attackiert zu werden, Befürchtungen Erinnerungslücken zu haben, des Lügens bezichtigt zu werden, Angst vor der Öffentlichkeit oder der Presse und vieles andere mehr.

Diese und ähnliche Ängste können Sie mit uns besprechen. Wir versuchen mit Ihnen Bewältigungsstrategien zu erarbeiten und Ihnen in diesen schwierigen Situationen beizustehen.

Wir klären mit Ihnen Fragen im Zusammenhang mit der Befragung und dem Prozess und machen Sie mit den örtlichen Gegebenheiten bekannt, um Sicherheit aufzubauen und Ängste abzubauen.

Über den Tathergang selbst spricht die psychosoziale Prozessbegleitung nicht mit Ihnen. Dies würde vor Gericht als Beeinflussung der Zeugin gewertet. Deshalb ist dies unbedingt zu vermeiden.

Wenn Sie sich über das, was Sie inhaltlich belastet, aussprechen möchten, steht Ihnen selbstverständlich eine  andere Beraterin des Frauennotrufs zur Verfügung.

Natürlich bestimmen Sie auch welche Angebote Sie im Rahmen der Begleitung in Anspruch nehmen möchten.

Die Begleitung kann umfassen:

  • Gespräche vor der Hauptverhandlung – Besichtigung des Gerichts
  • Begleitung in die Hauptverhandlung
  • Gespräche nach Beendigung des Verfahrens

Sie können Teile oder die gesamte psychosoziale Prozessbegleitung in Anspruch nehmen. Unser Ziel ist es in jedem Fall, Sie möglichst gut durch diese belastende Zeit zu führen.

Auch dieses Angebot ist für Sie kostenfrei, wenn das Gericht eine Prozessbegleitung beiordnet.


Weitere Informationen erhalten Sie sehr gerne von uns. Sie können sich telefonisch zu den Bürozeiten oder per E-Mail an uns wenden.

Ihre Ansprechpartnerin ist: Frau Andrea Erl
frauennotruf-regensburg@r-kom.net